Depressionen verschlechtern die Therapietreue

27.09.2009

Wie stark beeinflussen depressive Verstimmungen die HAART-Adhärenz von HIV-positiven Patienten? In einer Kohorten-Studie werteten Deborah Kacanek, Boston, und Kollegen die Daten von 225 Patienten aus, die an mindestens vier Untersuchungen pro halbem Jahr teilgenommen hatten. Depressive Episoden wurden definiert als zwei Besuchen mit negativem Screening-Test auf Depressionen, gefolgt von zwei positiven Screening-Tests. Die Vergleichsgruppe wies in allen vier Untersuchungsterminen negative Depressionsscreenings auf. Wenn die Medikamentendosis häufiger als 5 Prozent in den vorangegangenen 7 Tagen vergessen worden war, galt die Therapietreue als suboptimal.

Die Ergebnisse: 22 Prozent der Studienteilnehmer entwickelten Symptome einer Depression. Davon zeigten 45,1 Prozent eine schlechtere Adhärenz im Follow-up (vs. 25,9 Prozent, p<0,01). Wer zu Beginn seine Medikamente höchst regelmäßig einnahm und an depressiven Episoden litt, entwickelte zweimal so häufig eine schlechte Adhärenz im Verlauf der Studie.

Das Fazit: Da depressive Episoden zu suboptimaler Therapietreue führen können, werden intensive Diagnostik und Therapie von Depressionen mit besseren HAART-Erfolgen belohnt.

http://journals.lww.com/jaids/Abstract/publishahead/Incident_Depression_Symptoms_Are_Associated_With.99161.aspx

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