Impfungen gegen die Neue Influenza a/H1N1 – „Schweinegrippe“: Wegweiser durch den Informationsdschungel

26.10.2009

Schweinegrippe Information schützt vor Impfchaos

26. Oktober 2009. Ob man sich gegen die Schweinegrippe impfen lässt, entscheidet der Einzelne zusammen mit seinem Arzt. Hier ist eine genaue Abwägung der Impfrisiken durch den Arzt notwendig, da sich der Hersteller des für die Bevölkerung vorgesehenen Impfstoffes Pandemrix, GlaxoSmithKline, von der Haftung distanziert hat. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hingewiesen.

Zweimal impfen gegen H1N1

Die Empfehlung, die drei zugelassenen Impfstoffe jeweils in zwei Dosen im Abstand von wenigstens drei Wochen zu geben, ist weiterhin gültig. Dies bestätigte das CMPH (Committee for Medicinal Products for Human Use der EMEA) in einer Pressemitteilung vom 23. Oktober 2009. Das CHMP prüfte frühe Daten von klinischen Studien mit den drei pandemischen Impfstoffen Celvapan, Focetria und Pandemrix. Die Daten deuten bei Pandemrix und Focetria darauf hin, dass bei Erwachsenen möglicherweise eine Dosis ausreicht, sie reichen aber für eine allgemeine Empfehlung noch nicht aus.

Mehr Informationen zur Prüfung des empfohlenen Einsatzes der pandemischen H1N1 Impfstoffe durch das CMPH gibt ein ausführlicher ausführlichen Fragen- und Antwortenkatalog.

Zum vorgesehenen Zeitplan: Ab dem 26. Oktober 2009 soll die Impfaktion starten für die Personengruppe 1: Mitarbeiter im Gesundheitswesen und öffentlichen Dienst. Dazu gehören: Beschäftigte in Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten sowie Krankenhauspersonal, Feuerwehr und Polizei.

Die Personengruppe 2 soll ab dem 9. November 2009 geimpft werden: Chronisch Kranke, zu denen neben HIV-Positiven Asthmatiker und Patienten mit chronischer Bronchitis, chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen gehören sowie Diabetiker und Menschen, die an Multipler Sklerose und schwerer Fettleibigkeit leiden.

Schwangere werden erst geimpft, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht, der zweifelsfrei ohne Risiko für werdende Mutter und ihr Kind ist. Geplant für Ende November. 

Die Umsetzung der Impfung ist Ländersache, Informationen dazu sind im jeweiligen Bundesland zu finden. Die Hotlines der Gesundheitsministerien der Länder zur Schweinegrippe-Impfung finden Sie hier. Die neuesten Meldungen zur Schweinegrippe weltweit , ein Serviceteil mit Behördeninfos sowie Reisetipps und einem „Community“-Teil mit Links, Foren und Newlettern rund ums Thema Schweinegrippe sind auf dem Portal Schweinegrippe H1N1zusammengestellt.

Das Robert-Koch-Institut berichtet jeden Montag aktuell zur Schweinegrippe. Die Hotline ist Tel: 030-18754 4161, besetzt von Montag bis Donnerstag, 8:00 bis 18:00 Uhr. Über die weltweite Situation informiert regelmäßig die Weltgesundheitsorganisation (WHO), über die europäische Situation das Europäische Zentrum für Infektionsschutz und Prävention (ECDC). Zur Aktivität der Influenza generell informiert die Arbeitsgemeinschaft Influenza auf ihrer Website.

Das Paul-Ehrlich-Institut, das zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit gehört, informiert auch über die Impfung gegen Schweinegrippe.

Bis zum Redaktionsschluss lagen noch keine Empfehlungen der DAIG sowie der DAGNAE vor.

Eine Übersicht zu den einzelnen zugelassenen Impfstoffen finden Sie hier.

Eine Übersicht über Nebenwirkungen aus den Beipackzetteln finden Sie hier

Zu Befürchtungen über Nanopartikel in den Impfstoffen hat das Paul-Ehrlich-Institut eine Erklärung herausgegeben. : Enthalten die pandemischen Influenzaimpfstoffe gesundheitsschädliche Nanopartikel?

Für Arbeitnehmer ist wichtig zu wissen, dass die Impfung bislang nicht vom Arbeitgeber verlangt werden kann. Dies gilt auch für Medizinpersonal, so lange die Arbeitnehmer sich nicht vertraglich zur Teilnahme an notwendigen Schutzimpfungen verpflichtet haben. Mehr: Bundesverband der Arbeitgeber, Arbeitsrechtliche Folgen einer Pandemie, Hinweise für die Praxis


Kommentar Dr. Ramona Pauli, München
Impfstoff mit Verstärker ist wirksamer

Fakt ist, die Schweinegrippe oder Neue Influenza ist keine besonders gefährliche Grippe. Todesfälle sind ausgesprochen selten. Fakt ist aber auch, dass H1N1/09 krank macht und die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung in den Wintermonaten steigt. Zudem könnte es sein, dass das Virus mutiert und gefährlicher wird.

Deshalb raten die entsprechenden Stellen zur Impfung. Impfen lassen sollten sich insbesondere Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, Komplikationen zu entwickeln, z.B. Menschen mit eingeschränkter Immunabwehr, sowie Menschen, die ein erhöhtes Risiko einer Ansteckung haben, z.B. medizinisches Personal.

Als Vakzine steht in Deutschland ein Impfstoff mit Verstärker zur Verfügung. Dieser kann zwar häufiger zu Schmerzen an der Impfstelle, Schwellungen oder Fieber führen, aber er wirkt auch besser als der Impfstoff ohne Verstärker. Die Impfantwort ist besser und der Impfstoff mit Verstärker schützt vermutlich auch gegen Varianten von H1N1/09.

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