Arzneimittelbetrug
Viramune® aus Afrika im Umlauf

6. Februar 2010

Boehringer Ingelheim spendet seit Jahren Viramune® für Afrika. Offensichtlich wurde ein Teil der Orginaltabletten umgepackt und nach Deutschland importiert. Die Patienten sind somit nicht gefährdet, dem Unternehmen und den Apotheken entstand allerdings großer Schaden.

Wie die bisherigen Recherchen ergaben, hat ein in Belgien ansässiger Händler die gespendeten Viramune®-Tabletten irgendwo im afrikanischen Raum gekauft. Die Tabletten wurden umgepackt in gefälschte Blister, auch Beipackzettel und Umkarton wurden gefälscht. Anschließend gelangten die Packungen nach Deutschland zu einem Zwischenhändler, von dem etablierte Pharmagroßhändler die Ware gekauft haben. Und genau hier liegt der Schwachpunkt im deutschen Arzneimittelhandel. Auf dem sogenannten Graumarkt des Zwischenhandels ist die Herkunft der Ware nicht immer klar erkennbar.

Den Gewinn mit der gefälschten Ware haben die Fälscher, der Zwischen- und der Großhandel gemacht. Das Nachsehen haben Boehringer Ingelheim und die Apotheken. Das Unternehmen Boehringer musste die gefälschten Produkte zurückrufen und erhält den bereits an die Krankenkassen gezahlten Herstellerrabatt nicht zurück, obwohl die Medikamente nicht zu Lasten der Krankenkassen abgegeben werden. Die Apotheker müssen die Ware zurückschicken und erhalten keine Gutschrift, da es sich ja um Fälschungen handelt. Ein kleiner Trost ist wenigstens, dass keine Patienten durch unwirksame Tabletten geschädigt wurden.

Quelle: www.deutsche-apotheker-zeitung.de 


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