PrEP vermindert HIV-Risiko um 44%
Kommentar Dr. Ramona Pauli, München

Endlich – der Durchbruch ist geglückt!

23. November 2010

Dr. Ramona PauliDies erste Ergebnis belegt, dass die vorbeugende Einnahme von Aids-Medikamenten vor HIV schützen kann. In Zukunft wird es neben Kondom und  Zölibat für HIV-negative schwule Männer eine weitere Möglichkeit der Prävention geben.

Die „schlechte“ Nachricht -  eben erst in der Zukunft. Noch sind viele Fragen offen, z.B. nach der Langzeitverträglichkeit des Medikamentes, der Wirksamkeit im wirklichen Leben, der Kosten und so weiter. All diese Fragen müssen geklärt werden, bevor man die PrEP als Prävention empfehlen kann und werden in absehbarer Zeit auch geklärt werden. Weitere Studien laufen bereits, wobei insbesondere auch die intermittierende Einnahme von Aids-Medikamenten zur Prävention ein interessantes Konzept ist.

Wer heute schon auf eigene Kosten (30 Tabletten Truvada® kosten etwa 800 €) das Medikament zur Prävention einsetzen will, sollte sich klar darüber sein, dass diese Methode keineswegs 100% zuverlässig ist und regelmäßige HIV-Tests notwendig sind. Denn sollte es zu einer HIV-Infektion kommen, kann das Virus unter Truvada® allein Resistenzen entwickeln, d.h. unempfindlich werden. Also lieber erst mal abwarten und auf bewährte Strategien zurückgreifen.

Nachrichten

  • Positives Votum für QUAD-Pille

    14. Mai 2012: Der Beratungssausschuss für antivirale Arzneimittel der amerikanischen FDA hat die Zulassung der sogenannten QUAD-Pille empfohlen.weiter

  • Hepatitis C-Koinfektion erhöht Mortalität

    09. Mai 2012: Patienten mit HIV/HCV-Koinfektion haben ein um 50% höheres Risiko zu sterben als HIV-Infizierte ohne chronische Hepatitis C.weiter

  • Telaprevir: Keine Interaktionen mit Rilpivirin und Etravirin

    20. April 2012: Beide NNRTI vermindern den Spiegel von Telaprevir, jedoch nicht in klinisch relevantem Ausmaß.weiter

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • DHHS-Guidelines empfehlen Therapie für alle HIV-Infizierten

    29. März 2012: Die aktualisierten Therapieleitlinien des US-amerikanischen Department of Health and Human Services (DHHS) empfehlen einen Therapiestart bei mehr als 500 CD4-Zellen/mm3.weiter

  • Neu erschienen: Sonderheft zur Resistenz

    27. März 2012: An dem englischsprachigen Schwerpunktheft zur Interpretation von Resistenzen waren viele deutsche Autoren beteiligt.weiter

  • HCV-Proteasehemmer GS-7977
    Rückschlag bei Null-Respondern

    20. Februar 2012: Die hohen Erwartungen an den HCV-Proteasehemmer wurden erstmals enttäuscht. GS-7977 plus Ribavirin allein scheint bei Null-Respondern nicht auszureichen.weiter

  • Grünes Licht für Efavirenz in Schwangerschaft

    19. Februar 2012: Im öffentlichen Entwurf der neuen britischen Leitlinien ist selbst eine Schwangerschaft im ersten Trimenon keine Kontraindikation für Efavirenz..weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Kommentar von Prof. Hartwig Klinker, Würzburgweiter

  • Raltegravir für Kinder

    08. Februar 2012: Die amerikanische FDA hat Raltegravir zur Behandlung von Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens zehn Kilogramm zugelassen sowie eine Kautablette für die Behandlung von Kindern von zwei bis unter 11 Jahren genehmigt.weiter

  • CDC empfiehlt HPV-Impfung für Männer

    07. Februar 2012: Geimpft werden sollten jugendliche und junge Männer im Alter von 11 bis 21 Jahren sowie alle schwulen, bisexuellen und HIV-positiven Männer unter 26 Jahre.weiter

  • Gelbfieberimpfung

    05. Februar 2012: Bei HIV-Infizierten scheint die Viruslast, nicht die CD4-Zahl für den Erfolg der Impfung ausschlaggebend zu sein.weiter

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