ARTEMIS: Therapieerfolg von Darunavir/r hält in der Firstline-Therapie auch 96 Wochen an

Die aktuelle Auswertung der Studie ARTEMIS nach 96 Wochen bestätigte die Ergebnisse nach 48 Wochen: Unter 1x täglich 800/100mg Darunavir/r erreichen signifikant mehr Patienten eine Viruslast von <50 Kopien/ml als unter der Tagesdosis von 800/200mg Lopinavir/r (aufgeteilt in 1x oder 2x täglich). Die Gründe für die Überlegenheit: eine höhere virologische Ansprechrate und eine geringere Abbruchrate wegen unerwünschter Ereignisse.

Insgesamt 343 therapienaive Patienten erhielten in der ARTEMIS-Studie Darunavir/r und 336 therapienaive Patienten erhielten Lopinavir/r, jeweils kombiniert mit Tenofovir/Emtricitabin. Zu Studienbeginn waren die Patienten im Mittel 36 Jahre alt, der Anteil der Frauen lag bei 30%, die mediane Viruslast betrug 65.000 Kopien/ml und die CD4-Zellzahl betrug 220 Zellen/µl, gut 40% der Patienten hatten weniger als 200 CD4-Zellen/µl und 34% hatten eine Viruslast von >100.000 Kopien/ml.

Darunavir/r auch bei fortgeschrittener HIV-Infektion überlegen

Nach 96 Wochen hatten unter Darunavir/r 79% und unter Lopinavir/r 71% der Patienten eine Viruslast von <50 Kopien/ml - damit waren auch in dieser Auswertung sowohl die statische Nicht-Unterlegenheit als auch die Überlegenheit erreicht. Der Unterschied zeigte sich vor allem bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung, sowohl bei Patienten mit einer Viruslast von =100.000 Kopien/ml (<50 Kopien/ml: 76% versus 63%; p=0,023) als auch bei Patienten mit weniger als 200 CD4-Zellen/µl (<50 Kopien/ml: 79% versus 65%; p=0,009). Die CD4-Zellzahl erhöhte sich seit Studienbeginn in der Darunavir/r-Gruppe um 171 Zellen/µl und in der Lopinavir/r-Gruppe um 188 Zellen/µl.

Weniger Durchfälle und günstiges Lipidprofil

Weniger Patienten brachen wegen eines unerwünschten Ereignisses die Behandlung mit Darunavir/r ab (4% versus 9%) und weniger Patienten berichteten über eine Medikamenten-assoziierte Nebenwirkung (23% versus 34%). Unter Darunavir/r traten signifikant weniger Durchfälle auf (Diarrhöe Grad 2-4: 4% versus 11%; p<0,001) und waren die medianen prozentualen Anstiege der Triglyzeride und des Gesamtcholesterins signifikant niedriger (12% versus 50%, p<0,001 und 15% versus 23%; p<0,001).


26.10.2008

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